Höllentalklamm und Partnachklamm

Die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten abseits der Zugspitze und des Eibsee sind die beiden Felsspalten, die für Touristen und Bergsteiger gesichert und zur Begehung verfügbar gemacht wurden. Die Partnachklamm nördlich von Garmisch-Partenkirchen zeichnet sich dabei durch eine starke Saisonalität aus. In der Regel wird die Partnachklamm mit dem ersten Schneefall geschlossen, da es ab diesem Zeitpunkt immer unsicherer für Besucher und Bergsteiger wird, durch die Klamm zu wandern.

Die Höllentalklamm war im Gegensatz dazu zumeist deutlich länger geöffnet, da sie als sicherer galt. Dennoch kam es auch im Jahr 2021 immer wieder zu Unfällen und leider sogar zu Todesfällen an der Klamm, die damit ihrem Namen unglücklicherweise alle Ehre macht. Dabei ist die Strecke bis zur Klamm gut ausgebaut und die Wanderwege sind auch für ungeübte Besucher gut zu meistern. Schwieriger wird es in der Regel erst in der Höllentalklamm sowie auf der anderen Seite auf dem Weg zur Höllentalangerhütte. Die Eindrücke vom rauschenden Bach in der Tiefe, sowie die in den Stein über die Jahrhunderte gefrästen Steilhänge sind in jedem Fall unbeschreiblich. Die Wege sind hier durch die hohe Luftfeuchtigkeit jedoch oft nass und rutschig, sodass festes Schuhwerk dringend empfohlen wird. Selbst an sonnigen Tagen sollten Sie wetterfeste Kleidung einplanen, da es durchaus auch einmal von oben feucht werden kann.

Ist der Weg durch die Höllentalklamm geschafft, geht es weiter nach oben zur Höllentalangerhütte. Hier werden die Wege schon deutlich steiler, aber sofern Sie sich vorsichtig bewegen und auf Ihren Tritt achten, werden sie auch hier oben tolle Ausblicke erleben können. Grundsätzlich ist ein Besuch zu jeder Wetterlage zu empfehlen, wobei der blaue Himmel bei sonnigem Wetter insbesondere im Höllental noch einmal seinen ganz besonderen Reiz hat.

Wussten Sie, dass es immer wieder Bergsteiger gibt, die sich aus dem Höllental auf den Aufstieg zur Zugspitze machen? Diesen Weg können wir jedoch nur geübten Bergsteigern mit der passenden Sicherungsausrüstung empfehlen. Unterschätzen Sie bitte bei Ihrem Besuch niemals die Naturgewalten. So gab es vor wenigen Wochen einen Unfall in der Höllentalklamm, bei der eine Brücke von den Wassermassen mitgerissen wurde. Auf der Brücke befand sich noch eine Person, die trotz intensiver Rettungsversuche nicht mehr geborgen werden konnte. Achten Sie bei Ihrem Aufstieg bitte auch auf die Wegmarkierungen, von denen zumindest ein Teil auf verunglückte Menschen hinweist, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in die Tiefe gestürzt sind. Auch wenn unsere Welt sich immer sicherer anfühlt, so gibt es doch immer wieder Momente und Situationen, in denen wir uns selbst oder andere überfordern und an die Grenzen bringen.
Verbringen Sie Ihren Urlaub in Grainau und Umgebung bitte sicher und unbeschwert, aber achten Sie auch stets darauf, sich selbst und andere nicht zu gefährden.

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